Volkswagen-Aktie sinkt: Volkswagen-Tochter Porsche produziert künftig Autos im Volkswagen-Werk Osnabrück – Skoda baut Markenrechte aus | 23.06.22

Aufgrund der hohen Nachfrage nutzt der Luxusautohersteller Porsche die Kapazitäten des Volkswagen-Werks in Osnabrück.

Ab Mitte nächsten Jahres soll am niedersächsischen Standort die Überschussproduktion der Baureihen 718 (Boxster und Cayman) anlaufen, teilte der Autobauer am Donnerstag in Stuttgart mit. Der Umzug hat keine Auswirkungen auf die Anzahl der Arbeitsplätze am Hauptsitz in Stuttgart Zuffenhausen.

Das Mehrmarkenwerk in Osnabrück sei bereits in der Vergangenheit ein bewährter Partner im Produktionsverbund von Porsche gewesen, sagte Albrecht Reimold, Vorstand Produktion und Logistik der Porsche AG. Die Mitarbeiter in Osnabrück verfügen über langjährige Erfahrung.

Das Stammwerk in Stuttgart-Zuffenhausen ist mit der Produktion der Modelle 911 und 718 stark ausgelastet, Porsche will die Baureihe 718 bis Mitte des Jahrzehnts vollständig elektrifizieren. Trotz der Elektrifizierung wird die Produktion der Baureihen 718 und 911 auf der Zweitürerlinie am Stammsitz in Stuttgart-Zuffenhausen fortgesetzt.

Ministerpräsident und VW-Aufsichtsratsmitglied Stefan Weil (SPD) begrüßte die Ankündigung der VW-Tochter. „Sie leistet einen wesentlichen Beitrag zur Lösung ganz aktueller Personalfragen am VW-Standort Osnabrück“, sagte er. Allerdings ist dieser Auftrag von Porsche noch nicht die langfristige Perspektive des Standorts. „VW hat sich zum Ziel gesetzt, hier mit der nächsten Planungsrunde eine Antwort zu geben, und darauf setzen wir“, betonte der niedersächsische Ministerpräsident.

Der Volkswagen-Standort Osnabrück mit 2.300 Mitarbeitern ist aus dem 2009 insolvent gegangenen Jahrzehnte alten Hersteller Karmann hervorgegangen. Wie bei Karmann dient das Werk als Produktionsstätte für die Klein- und Ultrakompaktserie sowie für die Überschussproduktion aus anderen Werken des VW-Konzerns. Allerdings gibt es bei den Mitarbeitern immer wieder Bedenken wegen der hohen Volatilität der Anlagenauslastung.

Volkswagen Unternehmen Skoda Die Rechte erstrecken sich auf die eigene Marke

Mit der Aktie baut die Volkswagen-Tochter ihre Rechte an der eigenen Marke deutlich aus. Das Maschinenbauunternehmen Skoda Group aus Pilsen (Pilzen) überträgt seine bisherigen Eigentumsrechte an der Marke „Skoda“ für Bereiche außerhalb der Automobilindustrie auf den Autohersteller aus Mlada Boleslav. Das gaben beide Unternehmen am Donnerstag bekannt. Über den Transaktionspreis wurde Stillschweigen vereinbart.

Dass es in Tschechien zwei Unternehmen mit dem Logo mit dem geflügelten Pfeil gibt – eines in Blau (Maschinenbau) und das andere in Grün (Automotive) – sorgt immer wieder für Verwirrung. Natürlich verbindet beide Unternehmen eine gemeinsame Geschichte. Nachdem Vaclav Loren und Vaclav Klement 1905 mit der Produktion von Automobilen begannen, gelang es ihnen zwanzig Jahre später, die Skoda Industrial Group aus Pilsen als Partner zu gewinnen.

Beide Teile gingen später eigene Wege. Im März 1991 beteiligte sich Volkswagen im Rahmen der Privatisierung nach der Wiedervereinigung an dem Autohersteller aus Mladá Boleslav. Der Pilsener Skoda-Konzern hingegen gehört mittlerweile mehrheitlich dem Finanzinvestor PPF und produziert unter anderem Lokomotiven und Straßenbahnen. Für eine Übergangszeit können Pilsener die Marke auf Lizenzbasis weiter nutzen.

Die Aktien der Volkswagen AG, zu der Porsche gehört, verloren am Donnerstag über XETRA zeitweise 2,49 Prozent auf 140,80 Euro.

OSNABRUECK/STUTTGART (dpa-AFX)

Bildquelle: FotograFFF / Shutterstock.com, iStock / vesilvio, Bocman1973 / Shutterstock.com

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