Vermögensverwalter BlackRock: Europa wird abgehängt | ArschKompakt

Die Unterschiede zwischen dem alten Kontinent und den Vereinigten Staaten vertiefen sich. Es geht nicht um die Einschätzung des Ukraine-Krieges, sondern um die Börseneinschätzung. Seit Jahresbeginn ist der Leistungsabstand zwischen den USA und der Eurozone auf 7 Prozentpunkte angewachsen. Das gibt Dr. Martin Locke, Leiter Kapitalmarktstrategie bei BlackRock.

Der Abstand zu den USA wird immer größer

Aber für die Eurozone wird es schwieriger. Berücksichtigt man zusätzlich die aktuelle Schwäche des Euro, der am Dienstagmorgen die Parität zum US-Dollar erreicht hat, beträgt der Abstand zwischen den europäischen und US-Aktienmärkten bis zu 17,5 Prozentpunkte.

Europa birgt mehr Risiken

Grund für die Euro-Schwäche ist laut Lück nicht nur die zögerliche Reaktion der Europäischen Zentralbank auf die Inflationsdämpfung, sondern auch die damit verbundene konjunkturelle Entwicklung. In den USA werden Rezessionsängste vor allem durch Maßnahmen der Zentralbanken getrieben, während in Europa der Ukrainekrieg und damit verbundene Sanktionen und Gegenmaßnahmen die Wirtschaft bremsen. Dementsprechend wird in den USA mit einer kurzen und flachen Rezession gerechnet – in Europa hingegen könnte sie deutlich heftiger ausfallen.

Noch nicht ganz ausgepreist

Lück erwartet auch, dass sich diese Konjunktursorgen – insbesondere in Bezug auf die Gewinnaussichten europäischer Unternehmen – noch nicht in den Marktpreisen niedergeschlagen haben. Dementsprechend kann die Berichtssaison schlechte Nachrichten für Anleger bringen, die in europäische Aktien investieren.

Der Goldpreis leidet unter den hohen Zinsen

Auch der Goldpreis steht unter Druck. Das Edelmetall ist wie der Euro ein Kollateralschaden durch die Stärke des US-Dollars. Man könnte erwarten, dass die Nachfrage nach Gold in Zeiten hoher Inflation und großer Unsicherheit an den Finanzmärkten ein stabilisierender Faktor sein wird. Ein stärkerer US-Dollar und Zinsentwicklungen dürften in diesem Jahr jedoch eine entsprechende Outperformance des Edelmetalls verhindert haben. Denn auch die Negativzinsen in der Eurozone haben die Opportunitätskosten des Goldhaltens über einen langen Zeitraum in eine Gewinnchance verwandelt. Der Anstieg der Rendite der 10-jährigen Anleihe um 147 Basispunkte seit Jahresbeginn bedeutet nun jedoch das Ende dieses Systems.

Die Zeit für einen Goldinvestor könnte bald kommen

Daher ist Locke in Bezug auf Gold keineswegs pessimistisch. Wenn dieser Punkt später im Jahr eintritt, wenn die Fed den Fuß von der Bremse nimmt, erwarten Goldinvestoren bessere Zeiten. Zumindest wenn die Aufwertung des Dollars auch enden wird. Denn es scheint, so Locke, dass weder Inflation noch hohe Volatilität auf absehbare Zeit beseitigt werden können.

Quelle: AssCompact Deutschland Herausgegeben von AssCompact Österreich

Erstellung: © m.mphoto – stock.adobe.com

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