»Symphonieorchester Olu. Werke von Ludwig Normann (1831-1885) Abteilungsleiter: Johannes Gustafsson online Merker

Ludwig Normann (1831-1885)

  1. Einführungsfeier, op. 21
  2. Trauermarsch, op. 46
  3. Einführung in Shakespeare Anthony und Cleopatra
  4. Symphonie Nr. 3, op. 58

Ulu-Symphonieorchester

Orchesterdirigent: Johannes Gustafsson

Ondine: ODE 1391-2

Lustige Entdeckung!

Das Leben des Menschen ist erbärmlich kurz und zu kurz, um den Reichtum der Musik voll zu würdigen. Utopische Idee! Das finnische Label Ondine bietet interessierten Musikliebhabern eine tolle Gelegenheit, skandinavische Komponisten kennenzulernen. Die aktuelle CD ist dem schwedischen Komponisten Ludwig Norman (1831-1885), manchmal auch als „nordischer Brahms“ bezeichnet, gewidmet. Norman gehört neben Franz Berwald zu den mittelschwedischen Komponisten des 19. Jahrhunderts. Er schrieb unzählige Lieder, Chormusik, sowie diverse Bühnenmusiken und vier Symphonien. Als Komponist, Dirigent, Pianist und Lehrer war er auch ein großer Fan von Robert Schumann, den er während seines Studiums in Leipzig kennengelernt hatte. Schumann Normann trug dazu bei, viele seiner Stücke in Deutschland populär zu machen, daher ist es nicht verwunderlich, dass Normans Musik stark von seiner Schirmherrschaft beeinflusst wurde.

In der aktuellen Aufnahme normannischer finnischer Werke Ulu-Symphonieorchester Vor. Das Orchester wurde bereits 1856 gegründet und wurde erst 1937 zum Oulu Orchestra, bevor es 1961 von der Stadt Oulu übernommen und in Oulu Symphony Orchestra umbenannt wurde. Der aktuelle Anführer und Anführer dieser Aufnahme ist Johannes Gustafsson.

Die CD beginnt mit dem Vorspiel zum großen Konzert Flat E aus dem Jahr 1856. Herrliches, souveränes Werk mit exquisiten Melodiefolgen. Es gibt Schumann- und Brahms-Einflüsse, aber Norman hat seine eigene kompositorische Ader, die die Aufmerksamkeit des Hörers von Anfang an auf sich zieht. Hier zeigt das Ulu Symphony Orchestra unter der bewegenden musikalischen Leitung seines Chefdirigenten Johannes Gustafsson seine spielerische Klasse.

Norman war tief betroffen vom frühen Tod seines Komponistenkollegen August Söderström, der im Alter von 43 Jahren an einer schweren Krankheit starb. So komponierte Ludwig Normann mit Respekt und Zuneigung einen bewegenden Trauermarsch in einer etwas ungewöhnlichen tonalen Geste. Musikalisch wirkt diese Komposition wie eine ernsthafte und ernsthafte Anspielung auf den von Musik umgebenen Verstorbenen. Ein größerer Rechtsstreit wird vermieden. Der wunderbare Notentext in den Instrumenten ist wunderbar. Die leisen Beats von Tam Tam sind immer wieder zu hören und geben allem eine andere Stimmung. Das Oulu Symphony Orchestra überzeugt mit fein abgestimmtem Spiel, vorbildlichem Ausdruck und kreativem Volumen.

Normans Einführung in Shakespeares Antony and Cleopatra ist dramatisch und mit viel Geist ausgeführt. Auch wenn sich Norman als absoluter Komponist sieht, hat diese Show es in sich. Diese theatralische Musik pulsiert mit sich entwickelnden Themen mit einigen sehr einzigartigen harmonischen Abstufungen, die Lust auf mehr machen!

Mit der 1881 komponierten Symphonie Nr. 3 schuf Norman ein besonderes Werk. Sein Komponistenkollege Wilhelm Stenhammar war von ihrer extremen Schönheit beeindruckt und sagte, dass sie jede Brahms-Symphonie übertrifft ….

Die Handlung beginnt mit einem Mini-Allegro voller Energie und Dramatik. Die Holzbläser stehen im ständigen Dialog mit den Tutti-Klängen des Orchesters. Dieses Zusammenspiel erzeugt interessante Kontraste.

Andantes nächster Track bietet eine schöne, lange, lyrische Melodie, die diesem Satz eine eigene Qualität verleiht, die an einen Gesang erinnert.

Die Tonfolge im dritten Satz erinnert an Brahms. Wie in seiner Vierten Symphonie setzt Norman hier das Dreieck als besonders subtilen Klangeffekt ein. Dieses Scherzo wirkt ein wenig zurückgezogen, erinnert also manchmal eher an eine Pause.

Der kurze Schluss ist voller Leben in der Intonation und mit kurzen Beats, die immer nach vorne drängen und vor allem das Finale sorgt durch effiziente Passagen in Blechbläsern für einen effektvollen Abschluss.

In diesem Werk beeindruckt und überzeugt das Erste Symphonieorchester mit seinem sensationellen Theater. Auffallend ist die bestechend schöne Stimmkultur des Orchesters. Warm klingende Blechbläser und sauber artikulierte Bläsersaiten, die sich immer gut in den Orchesterklang integrieren. Fein gestimmte Holzblasinstrumente sind voller Persönlichkeit und Sinnlichkeit zugleich. Johannes Gustafssons Auftreten fällt auf und begeistert durch die Klarheit, mit der er die musikalische Struktur und ihren reichen Inhalt mit großer Lebendigkeit vermittelt. Er lässt die Musik immer atmen und schlagen. Normans Musik klingt bedeutsam und akribisch choreografiert. Ein überzeugender Appell an einen wenig bekannten Komponisten.

Es ist zu hoffen, dass diese schöne CD-Aufnahme der Musik von Ludvig Norman im Konzertsaal entgegenwirkt. Ergänzt wird diese gelungene Aufnahme durch eine informative Broschüre und einen warmen, subtilen Soundtrack.

Dirk Chaus, August 2022

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