Stallknabe wegen versuchten Mordes vor Gericht

Der beschuldigte Nordmazedonier arbeitete seit Juli 2021 als Junge im Reitstall im Auftrag seines Vaters. Laut Staatsanwaltschaft kam das spätere Opfer am 13. August 2021 von einer Reise zurück und wollte das Zaumzeug aufhängen. Der 39-Jährige sagte vor Gericht aus, der Junge habe direkt vor ihr gestanden und sie angegriffen. „Mein einziger Gedanke war: Lauf.“ Ich versuchte vergeblich, ihn wegzustoßen und zur Tür zu rennen. Schläge und Tritte verursachten „extreme Schmerzen“.

Dann zog der Junge ein Messer aus seiner Hosentasche, und gleich danach kam der erste Stich. Weiter folgte: „Ich fiel zur Tür, und er lehnte sich über mich und fing an, meinen Hals aufzuschlitzen. Ich lag auf dem Rücken und verlor wirklich die Hoffnung.“ Nach einem weiteren Stich ging der Angreifer und schloss die Schiebetür.

Katzen Apa / Sophia

Der 18-jährige Angeklagte bei der Anhörung am Dienstag

Dem Opfer gelang es laut Aussage, sich von der Klinke zu lösen, die Tür zu öffnen und auf das Auto zuzurennen. Der Angreifer riss die Autotür auf: „Dann hörte ich Schritte hinter mir, dass er hinter mir herlief.“ Die Frau musste umkehren, bevor sie auf die Hauptstraße fahren konnte. Dort stieg sie aus und wollte ein anderes Fahrzeug anhalten, doch der Angreifer jagte ihr hinterher. “Es war wirklich schrecklich. Ich musste wieder rennen und er war hinter mir”, sagte das Opfer, das in Abwesenheit des Angeklagten vernommen wurde. Als der Angeklagte die Beifahrertür öffnen wollte, trat die Frau aufs Gas. Das Auto fuhr weiter und der Angreifer floh.

Ein zufällig am Steuer befindlicher Gemeindearzt leistete Erste Hilfe und alarmierte den Rettungsdienst. “Es war sehr knapp”, sagte der Arzt im Zeugenstand. Die Frau wurde mit einem Nothubschrauber in die Universitätsklinik St. Pölten geflogen, wo sie notoperiert wurde.

Der Täter soll „völlig emotionslos“ gehandelt haben.

Laut Anklage erlitt das Opfer bei mindestens acht kräftigen Bewegungen schwere Stich- und Schnittwunden im Hals- und Brustbereich. Die Staatsanwaltschaft sagte, die Frau sei “völlig hilflos”. Dem schwer verletzten und stark blutenden Mann gelang mit “letzter Kraft” die Flucht. Der junge Mann soll die Tat „völlig ohne Leidenschaft“ begangen haben. Die Staatsanwaltschaft sprach von einem “vorsätzlichen, brutalen und brutalen” Verbrechen.

Gutachter Wolfgang Dink beschrieb unter anderem zwei Rippen des 39-Jährigen mit Messergewalt: „Das Verletzungsmuster war auf jeden Fall lebensgefährlich.“ Sie führte innerhalb kürzester Zeit zum Tod. Frauen leiden unter schwerwiegenden Spätfolgen.

Nach Angaben des Vertreters der Privatpartei leidet die Frau an einer posttraumatischen Belastungsstörung. Ihre Mandantin kann nicht arbeiten, sie lebt nicht mehr alleine und leidet unter Flashbacks. „Ich dachte in dem Moment, sie würde jetzt sterben“, sagte der Privatparteivertreter.

Angeklagter: „Ich bin nicht schuldig“

“Die Tat kann nicht verborgen werden. Was passiert ist, ist passiert.” Der Angeklagte sagte, der Vorfall sei für den Angeklagten selbst nicht nachvollziehbar. Der 17-Jährige war erstmals allein im Ausland und konnte sich selbst nicht verstehen – er sprach weder Deutsch noch Englisch. Die Tat war auf seine psychiatrische Diagnose zurückzuführen.

Der Angeklagte sagte, der 38-Jährige habe ihn zwei Tage vor dem Unfall gefragt, warum das Pferd nicht fresse. Die 18-Jährige vermutete – wie Zeugen irrtümlich erklärten – dass sie sich beim Besitzer des Reitstalls über ihn beschwert hatte und daraufhin abgemahnt wurde. „Ich bin nicht schuldig, weil sie die Probleme verursacht hat“, sagte der Übersetzer.

Der 18-Jährige gab an, dass die Frau ihn am Tattag „geschlagen“ und weggestoßen und am Hals gepackt habe. “Ich habe das Messer gezogen, weil ich Angst hatte, sie könnte ein Messer bei sich haben.” Er sagte, er wolle sie einschüchtern, aber nicht verletzen.

Beim Versuch, ihm die Waffe zu entziehen, fiel die Frau mit der Brust in das Messer. Dabei fiel sie zu Boden und trat ihn. Auch er fiel zu Boden und schlug ihr mit einem Messer in den Hals. Für die anderen Schnitt- und Stichwunden hatte er keine Erklärung. Nach seiner Festnahme sprach er über einen anderen Täter und schilderte ihn ausführlich.

Diagnose: Persönlichkeitsentwicklungsstörung

Laut psychologischen Experten hat der Angeklagte die Eigenschaft, „neutrale Reize als feindselig wahrzunehmen“. Laut einem anderen Rezensenten leidet er an einer komplexen Persönlichkeitsentwicklungsstörung. Demnach soll er die Tat unter dem Einfluss geistiger und seelischer Auffälligkeiten begangen haben, aus Angst vor weiteren unbeabsichtigten Taten.

Deshalb beantragte die Staatsanwaltschaft die Aufnahme in eine Anstalt für psychisch gestörte Straftäter. Dem 18-Jährigen wird versuchter Mord und Einbruch vorgeworfen. Er soll ein 70-Euro-Sparschwein und einen Schlüsselanhänger gestohlen haben. Es wird gesagt, dass er ein Messer hatte. Auch die Angeklagten wiesen am Dienstag die Vorwürfe zurück. Ein Urteil wird in den Abendstunden erwartet.

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