So viel Schaden könnte Österreich mit einem Gasembargo zufügen

ich Das optimistischste Szenario Österreich würde im Falle eines Gasembargos 15 Prozent seines Jahresvolumens verlieren. Dies sei aber nur möglich, wenn die privaten Haushalte ihren Verbrauch um zehn Prozent drosseln, erklärt Gutiert. Die Auswirkungen werden immer noch schwerwiegend sein. Österreich bekommt 1,5 Prozentpunkte weniger Wachstum, was jährlich 5,6 Milliarden Euro kostet und 25.000 Arbeitsplätze gefährdet. „Selbst im optimistischen Szenario dürfte die österreichische Wirtschaft im Falle eines Gasembargos bestenfalls stagnieren“, sagt Guterte. Branchen wie die Papierherstellung oder der Bergbau werden zuerst zusammenbrechen.

ich mittleres Szenario Würde die Gasmenge um 25 Prozent sinken, würde das Wachstum um 2,4 Prozentpunkte schrumpfen. Kosten: neun Milliarden. 40.000 Arbeitsplätze sind gefährdet. Der Industriesektor wird stärker betroffen sein, was sich negativ auf die Einzelhandelsnachfrage auswirken wird.

ich Worst-Case-Szenario 40% des Jahresbetrages gehen verloren. Die Wirtschaft bricht um etwa 4,5 Prozentpunkte ein, was 16,9 Milliarden Euro kostet und rund 80.000 Menschen arbeitslos macht. „Gerade im pessimistischen Szenario ist klar: Österreich befindet sich in einer Rezession“, sagt Guterte. Wie kann dieser Notfall verhindert werden?

Dringend benötigter Ersatz

Vor allem, wie kann man einer Notsituation vorbeugen? “Wir haben leider schon etwas verschlafen. Man hätte sich von Anfang an fragen sollen, ob es Sinn macht, 80 Prozent der Gasmenge von einem Lieferanten, nämlich Russland, zu beziehen”, sagt Gutiert. Zudem sollte Österreich – wie Deutschland, Dänemark oder Kroatien – im Februar damit beginnen, alternative Mengen an verflüssigtem Erdgas (LNG) beispielsweise aus Norwegen zu beziehen.

Alternativen finden: Das müsse “schnell” gehen, sagt der Ökonom. Dass der grüne Türkis das Verbundkraftwerk Milach in der Steiermark notfalls wieder mit Steinkohle betreiben will, um die Engpässe zu beheben, wird grundsätzlich positiv bewertet.

Kein Notfallplan vorhanden?

Andererseits sieht Guttert sehr kritisch, dass die österreichische Bundesregierung, anders als die Bundesregierung, noch keine Szenarien für ein notfallmäßiges „Gasverbot“ vorgelegt hat: „Entweder ist die österreichische Regierung nicht bereit, die Szenarien zu kommunizieren, oder noch schlimmer: du hast nichts“ .

„Es ist klar, dass es strategische Spielchen zwischen Russland und der Europäischen Union gibt“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Kocher (ÖVP) vor dem Hintergrund, dass Russland weniger biete. Er sehe jedenfalls keinen “Grund zur Panik”.

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