Price Blast: Das treibt Weinviertler Unternehmer an

Region. Nach der Spritpreisexplosion steigt auch die Nachfrage nach Elektromobilität. Unternehmer aus der Region Gänserndorf sehen diese Entwicklung anders.

Steigende Lebenshaltungskosten und massive Preissteigerungen im Energiesektor zwingen Bürger und Unternehmen gleichermaßen zum schnellen Handeln. Hohe Treibstoffpreise und eine ungewisse Zukunft bedrohen die Existenz von Unternehmern. Österreichweit entfallen rund zwei Drittel der Kfz-Neuzulassungen mit Elektroantrieb auf Unternehmen oder juristische Personen. Laut Verkehrsclub Österreich waren im ersten Halbjahr 2022 10,7 % der Neuzulassungen in der Region Gänserndorf Elektroautos. Um diesen Trend weiter zu stärken, betont der VCÖ, dass Steuervergünstigungen für Diesel- oder Benziner des Unternehmens schnell beendet werden müssen.

Die Zukunft der Elektromobilität in Unternehmen
Durch den geplanten Ausstieg aus fossil betriebenen Neuwagen bis 2035 wird kein Unternehmen daran vorbeikommen, über den Einkauf von Energie, Nachhaltigkeit und alternative Kraftstoffe nachzudenken. Unternehmen im ländlichen Raum, die auf fossile Brennstoffe angewiesen sind, haben Zweifel, ob sie weiterbestehen können mit diesem Konzept. Christian Unger, der mit seinem traditionsreichen Familienunternehmen Heiss Transporte aus Wagram im Bereich Baumaschinen tätig ist, findet die Evolution zur E-Mobilität nicht durchdacht. “Wie soll ich mit einem Elektroauto einen Bagger ziehen?” Darüber hinaus sieht Unger, dass in verschiedenen Bereichen wie der Landwirtschaft kein Elektromotor hergestellt werden kann, und spricht von anderen Problemen wie der Batterieproduktion und der Stromentnahme. Unger weist auch auf mögliche Wartungsprobleme hin. “Es ist schon ein Problem mit der ganzen Elektronik, wenn ich meinen Lkw in die Werkstatt bringe. Niemand weiß es mehr.”
Ähnlich sieht das Anton Wendisch, Inhaber und Geschäftsführer des Fuhrunternehmens in Engelhartsetten. Für seine Flotte von 50 Lkw benötigt es etwa 1 Million Liter Diesel pro Jahr. Windisch sieht das Problem darin, dass hohe Dieselpreise nicht an die Kunden weitergegeben werden können. „Steigende Dieselpreise und Lkw-Gebühren machen es Spediteuren nahezu unmöglich, schwarze Zahlen zu schreiben.“ Windisch sieht die Alternativen derzeit als begrenzt an. “Die einzige Lösung ist vorerst, Ihren Arbeitsbereich auf eine regionale Ebene zu beschränken.”

“Meine Kinder kennen keine Tankstelle. Für sie ist es wie eine Zeitreise.”
Unternehmer und Augersler-Chef Peter Kumherr sieht das ganz anders. „Vor sechs Jahren haben wir aus ökologischen Gründen komplett auf Elektromobilität umgestellt, aber auch aus wirtschaftlicher Sicht war es die richtige Entscheidung.“ Kumhir spricht die Verdopplung der Dieselpreise an, stellt aber auch fest, dass sich die Stromkosten vervierfacht haben Auf die Frage, warum der Umstieg auf Elektromobilität immer noch wirtschaftlich sinnvoll sei, argumentiert er mit den fehlenden Wartungs- und Reparaturkosten und der Tatsache, dass er aus seiner Photovoltaikanlage Strom dafür erzeugt.

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