Mysteriöse Nadelangriffe auf Frauen in Spanien

Dutzenden jungen Frauen wurden in den vergangenen Wochen beim Feiern im spanischen Ferienort Nadeln oder Spritzen verabreicht. Okkulte Angriffe treten meistens auf Musikfestivals, Bars und Tanzclubs auf. El Mundo berichtete gestern unter Berufung auf die Behörden, dass es seit Anfang Juli mindestens 50 Anzeigen gegeben habe. Viele der angegriffenen Frauen hätten keine Anzeige erstattet, hieß es, unter anderem, weil sie Pik und die Folgen – wie Übelkeit und Schwindel – erst später bemerkten. Es gab noch keine Festnahmen.

Mehrere Regionen sind betroffen – darunter die Balearen mit der beliebten Urlaubsinsel Mallorca. Und die dortige Guardia Civil kündigte an, in sechs Fällen zu ermitteln. Vier auf Mallorca und zwei auf Ibiza.

Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen

Nadelangriffe sind ein Rätsel. Menschen, die gebissen wurden, klagen über gesundheitliche Probleme wie Übelkeit, Schwindel und Kopfschmerzen. Die scheinbare Vermutung, dass die Täter ihre Opfer betäuben, um einzubrechen oder sie sexuell zu missbrauchen, habe sich jedoch in keinem der gemeldeten Fälle bestätigt, berichteten Medien unter Berufung auf die Polizei. Bisher wurden in fast allen Fällen keine Toxine in Blutproben gefunden. Über die Motive der Täter ist bislang nichts bekannt.

Nadel- und Injektionsattacken auf Festivals und Clubs ereigneten sich zunächst in Großbritannien. Seit Anfang des Sommers wurden in Frankreich Hunderte von Fällen gemeldet. Dies sei ein völlig neues Phänomen in Spanien, schrieben Medien unter Berufung auf Polizeisprecher.

“Interesse”

Die ersten Meldungen nach den “pinchazos”, wie die Anschläge in Spanien genannt werden, gab es am Rande des Stierkampfes von Pamplona im Juli, der auch von Ausländern besucht wurde. Unterdessen waren Katalonien und das Baskenland am stärksten betroffen. In diesen beiden Gebieten, wie auch in anderen, nahm die Polizei Ermittlungen auf.

„Dies wirft angesichts der Möglichkeit sexueller Gewalt gegen Frauen soziale Bedenken auf, obwohl dies im Moment nicht bestätigt wurde“, sagte die katalanische Gleichstellungsministerin Tania Verge. Die junge Marokkanerin Lourdes Sousa räumte gegenüber der Zeitung „Ultima Hora“ ein, dass sich Angst ausbreite. “Fast Menschen bleiben lieber zu Hause bei Freunden.”

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