Lufthansa optimistisch bei Tarifstreitigkeiten

Bei den Mitarbeitern scheint Lufthansa mit den Einsparungen während Corona übertrieben zu haben, räumte zuvor Lufthansa-Chef Spohr ein. Von den 140.000 guten Mitarbeitern vor Corona waren Ende Juni noch 106.000 an Bord. Mehrere Einheiten sind in diesem Sommer voll ausgelastet, und es ist geplant, in diesem Jahr weitere 5.000 Mitarbeiter einzustellen.

Der Konzern ist nun optimistisch, Tarifstreitigkeiten – insbesondere beim Mutterkonzern Lufthansa – schnell beilegen zu können. Spohr äußerte nach Vorlage der guten Quartalsergebnisse Verständnis für die Unzufriedenheit in der Belegschaft “nach sehr schwierigen zweieinhalb Jahren”: “Die Belastung war einfach riesig.”

Es wurde den streikbereiten Piloten der Kernmarke Lufthansa gezeigt, um das zwischenzeitlich gekündigte Flottenengagement zu erneuern. Bis Ende vergangenen Jahres durften 325 der über 700 Flugzeuge der Konzernflotte nur noch von tariflich bezahlten Piloten geflogen werden. Einigkeit besteht auch mit dem Cockpit-Verband über das Ziel, insbesondere die einkommensschwächeren Gruppen zu begünstigen.

Die Verhandlungen für Außendienstmitarbeiter wurden fortgesetzt

Insgesamt werden im nächsten Jahr 5.000 zusätzliche Stellen bei Lufthansa geschaffen – vor allem in den Bereichen Flugzeuge, Bodenpersonal und Technik. Während ihres Warnstreiks forderte Verdi immer wieder Entlastung durch Neubesetzungen.

Tarifverhandlungen für das Bodenpersonal der Lufthansa blieben derweil erfolglos. Die Gewerkschaft Verdi und das Unternehmen hätten ihre Gespräche am Donnerstagnachmittag in einem Hotel am Frankfurter Flughafen fortgesetzt, berichteten beide Seiten. Es gab keine Anzeichen für eine erfolgreiche Beendigung oder einen Abschluss. Es ist auch möglich, die Gespräche auf Freitag zu verschieben.

Die dritte Verhandlungsrunde begann am Mittwoch und dauerte bis Donnerstag. Den Gesprächen war am Mittwoch vergangener Woche ein bundesweiter Warnstreik vorausgegangen, der den Flugplan der Lufthansa nahezu lahmlegte.

Rund 35 Millionen Euro habe es die Lufthansa gekostet, erklärte Finanzvorstand Remco Steenbergen. Für den Fall einer Meinungsverschiedenheit hat Verdi-Verhandlungsführerin Kristen Behle bereits mit weiteren Streiks in der Hauptreisezeit gedroht.

Für knapp 20.000 Landarbeiter fordert die Gewerkschaft kontinuierliche Gehaltserhöhungen von 9,5 Prozent über zwölf Monate, mindestens aber 350 Euro pro Monat, was zu höheren Steigerungen in unteren Gehaltsklassen führen würde. Der Konzern hatte eine zweistufige Erhöhung des Grundgehalts um insgesamt 250 Euro über 18 Monate angeboten. Das Unternehmen hat errechnet, dass dies zu zweistelligen Wachstumsraten für Bonuspools in Höhe von insgesamt 3.000 € führen wird.

Der Konzern wollte im Juli 2023 eine weitere 2%ige Steigerung auf Gewinnbasis erreichen. Verdi lehnt diese Paarung ab. Das Unternehmen gab am Morgen bekannt, dass es auch in diesem Jahr gelungen ist, einen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro zu erzielen.

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