Lufthansa-Aktien steigen: Lufthansa und Verdi einigen sich auf Bodenpersonal | 05.08.22

Lufthansa-Passagiere müssen keine weiteren Streiks des Bodenpersonals mehr befürchten.

Das Unternehmen und die Gewerkschaft Verdi einigten sich am Donnerstagabend auf einen Tarifvertrag für 18 Monate. Die Vereinbarung sieht eine Gehaltserhöhung von mindestens 325 Euro plus weitere 2,5 Prozent Erhöhung für knapp 20.000 Beschäftigte vor, teilten beide Seiten mit. Am Mittwoch vergangener Woche legte Verdi mit einem tagelangen Warnstreik fast alle Lufthansa-Flüge lahm.

So ergibt sich laut Verdi beispielsweise eine Steigerung zwischen 13,6 und 18,4 Prozent beim Check-in-Personal. Verhandlungsführerin Christine Behle beschrieb die Mindestbeträge zwischen 377 und 498 Euro pro Monat. Auf der niedrigsten Gehaltsstufe von 2.000 Euro für das Grundgehalt meldete Lufthansa sogar Steigerungen von 19,2 Prozent.

Verdi Weiss-Behl lobte das Ergebnis, das nicht vom Gewinn der Lufthansa abhänge. „Das Ergebnis beinhaltet einen Inflationsausgleich und eine zusätzliche reale Lohnerhöhung. Uns war es wichtig, diesen realen Ausgleich zu erreichen, um die Beschäftigten in dieser schwierigen wirtschaftlichen Lage zu schützen“, sagte sie.

Michael Nijjemann, Personalvorstand der Lufthansa, zeigte sich zuversichtlich, jetzt mit streikbereiten Piloten einen Deal machen zu können. Für die Außendienstmitarbeiter bedeutet die Vereinbarung deutliche Gehaltssteigerungen: „Uns war es wichtig, die unteren und mittleren Einkommensgruppen überproportional zu berücksichtigen. Damit werden wir unserer sozialen Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeitern gerecht und sichern unsere Attraktivität als Arbeitgeber.“

Den Gesprächen war am Mittwoch vergangener Woche ein bundesweiter Warnstreik vorausgegangen, der den Flugplan der Lufthansa nahezu lahmlegte. Rund 35 Millionen Euro habe es die Lufthansa gekostet, erklärte Finanzvorstand Remco Steenbergen. Sollte es zu keiner Einigung kommen, hatte der Verhandlungsführer von Verdi bereits in der Hauptreisezeit mit weiteren Streiks gedroht.

Für einen kürzeren Zwölfmonatszeitraum forderte die Gewerkschaft stets eine Gehaltserhöhung von 9,5 Prozent, mindestens aber 350 Euro monatlich. Ursprünglich wollte der Konzern die Aufstockung im Juli 2023, die nun gewinnabhängig bedingungslos ausgezahlt wurde. Verdi hat diese Paarung erfolgreich abgewehrt. Das Unternehmen hatte am Vormittag mitgeteilt, in diesem Jahr bereits wieder einen operativen Gewinn von 500 Millionen Euro erzielen zu können.

Der Deal steht noch unter dem Vorbehalt der Zustimmung der Verdi-Mitglieder. Sie gilt unter anderem für Lufthansa AG Boden, Lufthansa Technik, Lufthansa Systems, Lufthansa Technik Logistik Services (LTLS), Lufthansa Cargo, Lufthansa Service Gesellschaft (LSG) und Lufthansa Engineering and Operational Services (Leos).

Der erste Festbetrag von 200 Euro monatlich wird rückwirkend ab dem 1. Juli 2022 gezahlt, ab dem 1. Januar 2023 gibt es weitere 2,5 Prozent, mindestens aber 125 Euro monatlich. Ab Juli 2023 gibt es eine Erhöhung um 2,5 Prozent ohne Mindestbetrag. Die Laufzeit endet am 31.12.2023.

Via XETRA stieg die Lufthansa-Aktie zeitweise um 3,88 Prozent auf 6,72 Euro.

/ceb/dp/zb

Frankfurt (dpa-AFX)

Bildquelle: 360b / Shutterstock.com, Cray Photo / Shutterstock.com, Lufthansa, Jörg Hackemann / Shutterstock.com

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