Linux Mint 21: Die neue Infrastruktur und vor allem Änderungen im Detail

Linux Mint hat die Version 21 veröffentlicht. Etwa acht Monate nach der Veröffentlichung von Linux Mint 20.3 ist erstmals eine Version von Linux Mint verfügbar, die statt Ubuntu 20.04 die Infrastruktur von Ubuntu 22.04 nutzt. Die Änderungen sind dagegen umfangreich: Kernstück der Distribution ist Linux 5.15. Das ist zwar nicht mehr neu, aber immerhin der neuste Kernel von Linux-Entwicklern mit Langzeitsupport – und natürlich deutlich moderner als der kürzlich für Linux Mint 20.3 verfügbare Kernel 5.4, falls man nicht auf Linux Mint zurückgreifen möchte Kantenbilder.

Kernel 5.15 wird von einer Reihe aktualisierter Kernsystem-Konfigurationstools unterstützt, die Linux Mint 21 von Ubuntu 22.04 übernimmt. Die Entwickler erklären, dass diese Grundlage zumindest für die nächsten zwei Jahre die Grundlage von Linux Mint bleiben wird. Die Distribution hat wie Ubuntu 22.04 offiziell Support bis 2027 – auch wenn lange Supportzeiten für Desktop-Systeme meist weniger wichtig sind als für den Serverraum.

Die Änderungen an der Desktop-Umgebung von Cinnamon sind recht umfangreich. Diese nutzt nach wie vor einen eigenen Fenstermanager in Form von Muffin, der ein Fork der Mutter der Fensterverwaltung in der GNOME-Shell ist. Allerdings haben die Mint-Entwickler, die auch für Cinnamon verantwortlich sind, Cinnamon 5.4 Mint 21 Muffin für einen kompletten Basiswechsel unterzogen. Die Datenbank von Muffin ist Mutter nicht nur ähnlicher als zuvor, sondern es ist jetzt auch einfacher für Entwickler, Patches für Mutter in Muffin zu integrieren. Dies soll die zukünftige Entwicklung beschleunigen. Um dieses Ziel zu erreichen, haben die Mint-Entwickler auch mit den GNOME-Entwicklern zusammengearbeitet und mehrere Patches, die zuvor nur in Muffin enthalten waren, offiziell an Mother übergeben.

Dies bringt einige praktische Änderungen mit sich: Der GUI-Konfigurationsdialog funktioniert in Cinnamon 5.4 nicht mehr und macht Platz für eine vollständige Neufassung. Im Alltag soll das Zusammenwachsen von Mutter und Kuchen den Nutzern vor allem mit besserer Performance und besserer Grafik zugute kommen.

Neben der Plattform gibt es Änderungen an einer Reihe von Komponenten, die Linux Mint traditionell auf Ubuntu verbessert. Der Schutz für eine dieser Komponenten wird geändert: Das bisherige Tool zur Konfiguration von Bluetooth, Blueberry, wird durch die Neuentwicklung Blueman ersetzt. Die Entwickler begründen die Umschreibung damit, dass Blueman nicht auf die GNOME-Desktop-Bluetooth-Komponente setzt und daher in allen Mint-Versionen gleich (gut) funktioniert. Stattdessen nutzt Blueberry direkt den Bluetooth-Stack für Linux, Bluez.

(Foto: Linux Mint)

Die Entwickler haben auch die Gelegenheit genutzt, ihr Bluetooth-App-Tray-Icon zu überarbeiten: Dieses zeigt im Mint 21 nicht nur deutlich mehr Details als beim Vorgänger, sondern ermöglicht auch einen schnellen und unkomplizierten Zugriff auf viele Funktionen.

Neben Blueman debütierte in Linux Mint 21 eine weitere Anwendung namens Thumbnailers. Sie löst ein Problem, mit dem die Entwickler der Distribution, wie viele andere auch, seit Jahren zu kämpfen haben und erstellt Thumbnail-Icons für viele Dateitypen wie AppImages oder MP3s. Allzu viel Automatisierung sollten Anwender allerdings nicht erwarten, da die automatische Abfrage von Albumcovern von Diensten wie Gracenote nicht explizit zum Funktionsumfang der Lösung gehört. Thumbnail wurde von seinen Entwicklern ausschließlich zum Erstellen und Speichern eines Thumbnails einer Datei unter Verwendung einer Bilddatei entwickelt.

Selbst moderne Systeme mit schnellem Flash-Speicher werden manchmal überlastet und langsam, wenn Aufgaben wie das Installieren von Updates im Hintergrund ausgeführt werden. Früher mussten Mint-Benutzer separate Tools wie Prozessmonitore verwenden oder sogar die Befehlszeile verwenden, um diese Hintergrundaufgaben zu definieren. Sind die zugehörigen Prozesse im Hintergrund aktiv, zeigt Linux Mint diese künftig als Icon mit ineinander greifenden Rädchen im Desktop-System an.

Darüber hinaus bringt Linux Mint 21 in seinen Versionen diverse Detailverbesserungen mit. Wie üblich gibt es das System in verschiedenen Formen mit dem MATE-Desktop, dem Cinnamon-Desktop und Xfce. Die neuste Version bringt natürlich die wenigsten Neuerungen mit sich, denn Linux Mint 20.3 Xfce war bereits in der neusten Version 4.16 enthalten und an Xfce hat sich seitdem fast nichts geändert. Auch die Änderungen in der MATE-Version fallen moderat aus, denn seit Mint 20.3 hat sich in MATE fast nichts geändert.

Wie üblich gibt es mehrere Wege zu Linux Mint 21. Falls Sie bereits ein System auf Basis von Linux Mint 20.3 nutzen, versprechen die Entwickler ein reibungsloses Update mittels spezieller Systemtools. Wer über eine Neuinstallation von Mint 21 nachdenkt, wird auf der Website des Projekts fündig ISO-Images mit ZimtUnd die Begleiter Und die Xfce.


(Mine)

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