Leica: Laser-TV auf der IFA, in Zusammenarbeit mit Hisense

Die deutsche Leica Camera AG arbeitet mit dem chinesischen Elektronikhersteller Hisense zusammen, um laserbetriebene Fernseher zu entwickeln. Leica gab am Dienstag in Wetzlar bekannt, dass die beiden Unternehmen dafür eine „langfristige Partnerschaft“ eingegangen sind. Ziel dieser Zusammenarbeit ist es, Leicas “langjährige Erfahrung” in der Entwicklung von Projektionsobjektiven mit Hisense-Technologien zusammenzuführen.

Auf dieser Basis wollen Unternehmen die Geräteklasse weiterentwickeln. „Home Cinema Entertainment ist ein stark wachsender Markt“, erklärt Matthias Harsh, CEO von Leica, und sieht darin eine „vielversprechende Chance“, eine neue Kundengruppe für das Unternehmen zu gewinnen. “Als Technologie- und Marktführer bei Laser-TV-Systemen ist Hisense der ideale Partner.”

Angesichts der langjährigen Erfahrung von Leica mit den hohen Anforderungen optischer Projektionssysteme sei dies der „nächste logische Schritt in Richtung neuer Technologien und anderer Märkte“. Schon bald will das Unternehmen den ersten Leica Laser-TV vorstellen: „Leica Cine 1“ wird auf der IFA in Berlin (2.-6. September 2022) zu sehen sein.

Laser-TVs sind Kurzdistanzprojektoren, bei denen drei primäre Farblaser das Bild auf die Leinwand projizieren. Prinzipiell geht das auch an einer weißen und ebenen Wand, allerdings empfehlen die Hersteller für beste Ergebnisse eine spezielle Leinwand.

Der Beamer wird in geringem Abstand unterhalb der Leinwand aufgestellt und kann je nach Ausführung Bilder mit einer Diagonale von bis zu 120 Zoll (ca. 3 Meter) darstellen. Es ist auch auf Optiken angewiesen, die eine korrekte Projektion auf eine so kurze Distanz gewährleisten.

Der Störfaktor einer aus kurzer Distanz durch das Bild gehenden Person wird eliminiert. Allerdings haben Laser-TVs die gleichen Probleme wie Beamer: Zu viel Umgebungslicht nervt, daher sollte der Raum etwas besser abdunkeln. Im Vergleich zur TV-Konkurrenz aus dem LED- und OLED-Lager wirken Farben in heller Umgebung stumpfer und undurchsichtiger.

Neben Hisense sind auch Modelle von chinesischen Herstellern wie Xiaomi oder Vivo auf dem Markt. Auch Sony und die südkoreanischen Elektronikriesen Samsung und LG haben einige Laser-TVs im Angebot. Geräte besetzen immer noch eine Nische, auch aufgrund des Preises. Bei rund 2.000 Euro geht es los, dazu kommen die Bildschirmkosten. Im Paket kosten die Systeme leicht zwei- bis fünfstellig.

Hisense setzt mehr als andere Hersteller auf diese Geräteklasse. “Hisense engagiert sich dafür, die globale Entwicklung des Laserfernsehens als neue Industrie zu fördern”, sagte Präsident Lan Lin. Laut Hisense haben sich die Verkäufe von Laser-TV im Ausland im vergangenen Jahr mehr als verdreifacht. Im Vergleich zu Smart-TVs dürften die verkauften Laser aber auch auf Hisense überschaubar sein.


(vbr)

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