Kulturpräsident Leo Willert spricht über die Vorteile von Momentum-Strategien | Märkte | 08.05.2022

Gründer und Chief Trading Officer von ARTS Asset Management erklärt, warum gerade in unsicheren Marktphasen automatisierte und trendfolgende Momentum-Strategien ihre Vorteile ausspielen können und Anleger sich entspannt zurücklehnen können.

mag. Leo Willert, Kunstvermögensverwaltung

© Arts Asset Management

Aufgrund vieler Risiken und Ungewissheiten zogen sich viele Anleger von der Börse zurück. Viele professionelle Anleger sind vorsichtig und haben ihre Cash-Positionen deutlich erhöht. Aber übertriebener Pessimismus kann auch dazu führen, dass gute Einstiegspunkte oder Anlagemöglichkeiten verloren gehen. “Eine Momentum-Strategie kann einen Ausweg aus diesem Dilemma bieten. Dieser quantitative Handelsansatz verbirgt Emotionen vor Anlageentscheidungen und investiert in Aktien oder Fonds aus einer Vielzahl von Ländern und Sektoren, wenn sich ein positiver Kurstrend manifestiert”, schreibt Mag. Leo Willert, Gründer und Head of Trading bei ARTS Asset Management, in einem exklusiven Artikel über Institutional Money.

Investieren Sie automatisch in temporäre Gewinner
Zur Erinnerung: Die Momentum-Strategie basiert auf dem wissenschaftlich erforschten und nachgewiesenen Momentum-Effekt, der besagt, dass Wertpapiere mit stabileren Kurssteigerungen eine mathematisch erhöhte Chance haben, ihren Trend kurz- bis mittelfristig fortzusetzen. Der Amerikaner Robert A. Leve hat diesen Trend bei US-Aktien erstmals in den 1960er Jahren wissenschaftlich beschrieben und als relative Stärke bezeichnet. „Der Momentum-Effekt lässt sich über Algorithmen als mathematische Regel abbilden, die automatisch in die stärksten Aktien oder Fonds investieren und bei nachlassendem Momentum wieder aussteigen“, betont Weilert.

Grundlage des Trendfolge-Ansatzes ist laut Willert eine große Menge an Kursdaten, die rund um die Uhr von einem Computer ausgewertet werden. Beschränkungen hinsichtlich Länder und Branchen sollten nicht bestehen.

„Gerade in Krisenzeiten wie diesen gibt es an der Börse nicht nur Verlierer, sondern auch Gewinner, die von aktuellen Herausforderungen wie Inflation und Energieknappheit profitieren.“ Diese Herausforderungen lassen sich durch automatisierte Analysen identifizieren, die dem Trend aus dem weiten Reich folgen Wertpapiere“, sagt er Will fest.

Rohstoffe: Handel, hält nicht ewig
Beispiele für Gewinner im aktuellen Marktumfeld sind Energieunternehmen. Mit einer aktiven Handelsstrategie mit dem Prinzip der integrierten Sektorrotation ist es möglich, Gewinner zu identifizieren und so auch am Aufstieg von Rohstoffen zu partizipieren. Dass sich Rohstoffe nicht für einen Buy-and-Hold-Ansatz eignen, lässt sich laut Willert an der Entwicklung des Bloomberg Commodity Index in US-Dollar verdeutlichen: Er hat in diesem Jahr um rund 19,7 Prozent zugelegt (Stand: 4.8.22 ) hinzugefügt.

Erweitert man den Anlagehorizont allerdings auf die vergangenen 10 Jahre, sieht die Performance nicht mehr so ​​rosig aus, stellt Willert fest: Hier weist der Bloomberg Commodity Index einen Verlust von etwa 11,8 Prozent aus. Lässt man die letzten beiden Jahre mit guter Performance außer Acht, sieht die Performance düsterer aus: In diesem Zeitraum hat der Index etwa 50 Prozent seines Wertes verloren.

Unterschiedliche Anlageklassen bieten Flexibilität und Sicherheit
Zu einer effektiv gemanagten Momentum-Anlagestrategie gehört laut Willert auch ein umfassendes Risikomanagement. Der flexible Aktienanteil sorgt dafür, dass das Portfolio den aktuellen Marktrisiken angepasst wird. Bei Anzeichen eines großflächigen Marktcrashs kann die Kapitalallokation auf null Prozent reduziert und in sicherere Anlageklassen wie Fixed Income oder Cash umgeschichtet werden.

Ein Meisterfonds, der Geld in Sicherheit bringt
So hat das ARTS Trading System aktuell den Aktienanteil des Hybridfonds C-Quadrat ARTS Total Return Global AMI auf 21,8 Prozent reduziert (Stand 31.07.2022). Rentenfonds stellen derzeit mit 61 Prozent den größten Anteil am Fonds, der hauptsächlich aus europäischen und US-Staatsanleihen besteht, gefolgt von Geldmarktfonds mit einem Anteil von 17,5 Prozent. Ende Juni lag der Anteil der Aktie bei unter zehn Prozent bei 6,7 Prozent. Dieser defensive Trend wird laut Willert so lange anhalten, bis sich die Marktindikatoren wieder verbessern.

Auch auf Einzeltitelebene ermöglichen Stop-Loss-Orders den Ausstieg aus einer Aktie oder einem Fonds, wenn der Kurs einen bestimmten Wert unterschreitet. Zu den Aktienanlagen mit der besten Wertentwicklung der letzten sechs Monate zählen Fonds, die sich auf Energieaktien und Länder mit einer hohen Rate an Energieexporten wie Saudi-Arabien oder Kuwait konzentrieren.

Schließen Sie Gefühle aus dem Anlageprozess aus
Der Momentum-Effekt ist eine Marktanomalie, und seine Ursache wird in der akademischen Gemeinschaft heiß diskutiert. Die ersten Studien in den 1990er Jahren beschäftigten sich mit Ansätzen aus der Behavioral Finance, die die Wirkung von Momentum auf Unter- oder Überreaktionsmuster von Investoren zurückführten. Paradoxerweise können durch einen trendfolgenden Ansatz menschliche Emotionen und kognitive Verzerrungen ausgeschlossen werden. Dieser mathematisch regelbasierte Ansatz des quantitativen Handels stellt sicher, dass Anleger in schwierigen Marktphasen nicht in Panik geraten oder in Bullenmärkten zu gierig werden. Willert behauptet, dass auch Fehlurteile wie Selbstüberschätzung oder die Wirkung häuslicher Vorurteile vermieden werden können.

Die Momentum-Strategie ist in jeder Phase des Aktienmarktes angemessen
Laut Willert bieten die Momentum-Anlagestrategie und das Investieren mit einem technischen Handelssystem einen bewährten Ansatz, um rational zu investieren und vorübergehend von den stärksten Aktien und Fonds zu profitieren. Wenn sich der Trend abschwächt, zieht sich das technische Handelssystem aus der Investition zurück. Flexible Stakes reduzieren das Risiko auch in herausfordernden Marktphasen, ebenso wie die ständige Einhaltung von Stop-Loss-Limiten. Die riesige Anlagewelt mit unterschiedlichen Ländern und Sektoren, die per Computer ausgewertet wird, ermöglicht es auch, in exotischen Ländern und Nischensektoren mit der stärksten Dynamik zu investieren. „Ein Investor kann sich entspannt zurücklehnen und das technische System die Märkte beobachten und Anlageentscheidungen treffen lassen“, erklärt Willert abschließend. (aa)

Leave a Comment

%d bloggers like this: