Krieg in der Ukraine – Schweres Kämpfen in der Nähe von Donetsk

Vor der Stadt Donezk in der Ostukraine liefern sich Ukrainer und Russen einen erbitterten Kampf. Laut Militärberichten beider Länder versuchen Pro-Moskau-Truppen, die ukrainische Armee aus ihren Außenbezirken zu vertreiben. Die Stadt Donezk selbst steht seit 2014 unter der Kontrolle prorussischer Separatisten, doch die ukrainische Armee kontrolliert weiterhin große Teile der gleichnamigen Region.

Berichten zufolge brachen am Donnerstagabend Kämpfe um das Dorf Pesky westlich des ehemaligen Flughafens Donezk aus. Die Separatisten haben bereits über jahrelang umstrittene Positionen berichtet. Diese Berichte können jedoch nicht unabhängig überprüft werden.

Ukrainischen Quellen zufolge sind die südwestlich von Donezk gelegenen Städte Marjinka und Krasnohorivka kürzlich schwer beschossen worden. Außerdem wurde das Stadtzentrum von Avdiivka bombardiert. Die Bemühungen scheinen zu funktionieren, um Donezk zu entlasten. Zuletzt wurde die Industriestadt mehrfach von ukrainischer Artillerie beschossen.

Russische Streitkräfte versuchen auch weiterhin, den Verteidigungsring um die Region Slowjansk-Kramatorsk in der Region Donezk zu sprengen. Nach Angaben des Generalstabs gehen die Kämpfe im Südosten des Verkehrsknotenpunkts Bakhmut weiter.

Der ukrainische Generalstab teilte am Donnerstagabend auf Facebook mit, dass russische Angriffe auf die nordöstlichen und östlichen Städte Soledar und Bakhmut am Donnerstag abgewehrt wurden. Die Kämpfe gingen südlich von Bachmut weiter. Zuvor hatte Brigadegeneral Oleksiy Harumov die Notwendigkeit des Abzugs ukrainischer Truppen aus dem Dorf Semyriya eingeräumt. Dem Bericht zufolge fanden auch Kämpfe in der Industriestadt Avdiivka statt. Laut Hromow wurden die Stellungen südöstlich von Avdiivka aufgegeben. Laut dem Bericht des Generalstabs ist der russische Vormarsch nördlich von Slowensk, westlich von Donezk und in den Gebieten Cherson und Charkiw gescheitert. Artillerie bombardierte Dutzende ukrainische Stellungen entlang der gesamten Frontlinie. Auch die russische Luftwaffe führte mehrere Angriffe durch. Eine unabhängige Überprüfung dieser Informationen ist nicht möglich.

Russland setzte am Donnerstag seine Raketenangriffe auf ukrainische Großstädte in anderen Regionen außerhalb von Donezk fort. Vier Raketen fielen in der Nacht auf die nördliche Stadt Charkiw. Im Süden war das Regionalzentrum Mykolajiw erneut Ziel russischer Angriffe. Dort wurden nach vorläufigen Angaben mehrere Häuser beschädigt, es gab aber keine Toten oder Verletzten.

Ukrainischen Quellen zufolge wurden bei einem Angriff russischer Artillerie auf die Stadt Torizk acht Menschen getötet und vier weitere verletzt. Gouverneur Pavlo Kirilenko sagte via Telegram, dass der Bombenanschlag eine Nahverkehrsstation getroffen habe. Unter den Verwundeten waren drei Kinder. Drei Zivilisten wurden auch in den Städten Bakhmut, Marginka und Shevchenko getötet.

Eine Woche nach dem verheerenden Angriff auf ein Kriegsgefangenenlager in der Ostukraine kündigte der Generalsekretär der Vereinten Nationen, Antonio Guterres, die Eröffnung einer Untersuchung an. Guterres sagte am Mittwoch (Ortszeit) in New York, die Vereinten Nationen hätten Anfragen sowohl aus Russland als auch aus der Ukraine erhalten. Er sei nicht „ermächtigt, strafrechtliche Ermittlungen durchzuführen“, könne aber einen Ermittlungsauftrag einleiten. Die Vorbereitungen liefen. Bei einem Angriff auf ein Konzentrationslager im ostukrainischen Oleniwka sind vor rund einer Woche Dutzende ukrainische Kriegsgefangene getötet worden. Moskau und Kiew machen sich gegenseitig für den Anschlag verantwortlich.

Amnesty International für Menschenrechte wirft der ukrainischen Armee vor, durch ihren Krieg Zivilisten zu gefährden. Sie hätten in Wohngebieten – unter anderem in Schulen und Krankenhäusern – Stützpunkte errichtet oder dort Waffensysteme betrieben. Das Kriegsrecht verlangt jedoch, dass sich militärische Objekte so weit wie möglich von zivilen Einrichtungen entfernt befinden. Amnesty International kritisierte Moskau jedoch für die “zahlreichen wahllosen Streiks der russischen Armee, die zu zivilen Opfern führten”. Kiew zeigte sich empört und wies die Vorwürfe zurück.

Generalsekretär Jens Stoltenberg wirft Russland mit dem Krieg in der Ukraine einen “Angriff auf die bestehende Weltordnung” vor. “Es ist in unserem Interesse, dass eine solche aggressive Politik nicht funktioniert”, sagte Stoltenberg in einer Rede in seiner Heimat Norwegen. Russland darf den Krieg in der Ukraine nicht gewinnen. Es ist die gefährlichste Situation in Europa seit dem Zweiten Weltkrieg. Stoltenberg bekräftigt die defensive Entschlossenheit der NATO. Wenn Russlands Präsident Wladimir Putin ähnlich gegen ein Nato-Land vorgeht, wird das gesamte Bündnis reagieren.

Nach Angaben der Weltgesundheitsorganisation (WHO) verschlimmert sich die gesundheitliche Notlage in der Ukraine. In diesem Jahr gab es nach eigenen Angaben 434 Angriffe auf Gesundheitseinrichtungen im Land. Laut Weltgesundheitsorganisation ist dies mehr als die Hälfte der 615 weltweit gemeldeten Angriffe. (Abba)

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