In der Wachau wird über die Zukunft der Europäischen Union diskutiert

„Die Zukunft Europas schützen“ ist das Leitthema des Europäischen Forums Wachau – in einem Jahr, in dem erstmals seit den 1990er Jahren Krieg auf dem europäischen Kontinent ausbrach. Das Europäische Forum Wachau findet zeitgleich mit dem EU-Gipfel statt, auf dem über den Status der Beitrittskandidaten für die Ukraine und Moldawien verhandelt wird. Der ukrainische Präsident Wolodymyr Selenskyj sagte am Montag, es sei eine „historische Woche“ gewesen.

Dementsprechend seien der Krieg in der Ukraine und seine Folgen auch ein großes Thema des Europäischen Forums, sagt Landesratspräsident Martin Eichtinger (ÖVP). Aber in der Wachau geht es auch darum, mit den Ländern des Westbalkans voranzukommen.

Dabei steht nicht nur die Ukraine, sondern auch der Westbalkan im Fokus

Dies sind die Tage, an denen die Weichen für die Zukunft Europas gestellt werden. Zuvor hatte Österreich seine Zustimmung zum Kandidatenstatus damit verknüpft, dass die Europäische Union ähnliche Signale auch an die Länder des Westbalkans sendet. Interessant werden die Einschätzungen von Miroslav Lajac, dem slowakischen Diplomaten und Sonderbeauftragten für den „Dialog zwischen Belgrad, Pristina und anderen regionalen Fragen im Westbalkan“.

Es kann nicht sein, dass “die Ukraine auf einer Autobahn liegt und unsere Freunde auf dem Westbalkan nicht ähnliche Fortschritte von der Europäischen Union erhalten”, sagt Eichinger.

DUK / Walter Skokanich

Das Programm ist am Donnerstag und die Salons am Freitagnachmittag finden in der Donau Uni Krems statt

Ziel des Europäischen Forums ist es jedoch, nicht nur zentrale europäische Themen und deren Auswirkungen auf die Mitgliedsstaaten zu diskutieren, sondern sich auch mit den Themen Gesundheit, Umwelt, Lieferketten und Klima auseinanderzusetzen. Die Innenminister Österreichs und der Slowakei, Gerhard Karner (ÖVP) und Roman Mikulik, starten am Donnerstag mit dem Thema Sicherheit.

Archiv: 25 Jahre Europa-Forum Wachau 2021

In Gesundheit und Nachhaltigkeit investieren

Die beiden größten Themen, die am Donnerstag an der Donau-Universität Krems diskutiert werden, sind Gesundheit („Investing in Health“) und Nachhaltigkeit („Investing in Sustainability“) – angesichts der Corona-Pandemie und der Klimakrise dürften sie die heißesten Themen für die sein Zukunft. Der Europadirektor der Weltgesundheitsagentur, Hans-Henri B. Kluge (in einer Online-Stellungnahme) und Alfred Zenz, Leiter der Gesundheitsagentur des Landes Niederösterreich, zum Thema Gesundheit.

Neben Martin Eichtinger, Landesreferent für Wohnen und Arbeit, Präsident der NÖ Industriellenvereinigung Thomas Salzer, Jodi Fischnuskas Gomez, Vorstandsmitglied der Internationalen Atomenergie-Organisation, Gunter Offner, Vorstandsmitglied des Flughafens Wien-Schwechat und Jörg Starr von der deutschen Industriepartnerschaft „Clean Energy“ Partnership“.

Abtei Gutweg

ORF

Wissensaustausch und Dialog stehen im Mittelpunkt des Europäischen Forums im Stift Göttweig

Außenpolitik am Freitag

Am Freitag steht dann die Ukraine im Mittelpunkt. Eine direkte Verbindung mit dem ukrainischen Außenminister Dmytro Kuleba ist geplant. Konkret sind die Auftritte von EU-Parlamentsvizepräsident Otmar Karas, der Konservativen Johanna Mikl-Leitner, Außenminister Alexander Schallenberg und Europaministerin Caroline Edstadler (alle ÖVP). ORF-Reporter Christian Wierschutz schildert seine Erfahrungen aus dem Ukraine-Krieg.

In zwei Nachmittagsworkshops werden „Identität und Kultur“ und „Neue Arbeit“ diskutiert. Am Freitagnachmittag wird im sogenannten Salon der Donau-Universität über internationale und regionale Zusammenarbeit zur Friedenssicherung diskutiert – unter anderem mit Politikern aus Tschechien, Serbien, Deutschland und Frankreich.

Laut Martin Eichtinger, Präsident des Europäischen Forums Wachau, wird es im Rahmen des Europäischen Jahres der Jugend auch eine Jugendveranstaltung mit Studierenden aus neun Ländern auf dem Campus Krems geben.

“Regionale Angelegenheiten” am Samstag

Am Samstag werden europapolitische Themen aus der Perspektive der Regionen beleuchtet. Außerdem wird Bundeskanzler Karl Nehamer (ÖVP) mit seinen Amtskollegen aus Albanien und Bulgarien, Ministerpräsident Edi Rama und Ministerpräsident Kirill Petko, am Göttweiger Berg teilnehmen. An einigen Forumsveranstaltungen können Sie online teilnehmen – nach Voranmeldung.

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