Feldkirchen: Eine sehr amüsante und verwirrende Eifersucht

Der Bürgermeister stürmt zunächst herein und fordert das Publikum in schroffem Ton auf, die Kneipe sofort zu verlassen, da die Ausgangssperre überschritten sei und sogar Haft droht. Doch die vermeintliche Witwe Adele braucht nicht nur das Privileg längerer Arbeitszeiten für ihr Gasthaus, sie braucht auch eine Verlängerung ihres Pachtvertrags vom reichen Vermieter.

Deshalb flirtet sie schamlos mit beiden gleichzeitig und macht ihnen beiden einen Heiratsantrag. Als jedoch unerwartet ihr lebhafter und äußerst eifersüchtiger Ehemann, Private Pilsol, auftaucht, eskaliert die ganze Situation: Darum geht es in der Rarität von Nicola de Guesas Komödien-Oper Eifersucht und Witwe, die bereits der elfte Opernsommer der Oper ist verdienstvolles Team In Amthoff Feldkirchen kommt es trotz aller Verwirrung zu einem Happy End.

Der Komponist, der im 19. Jahrhundert in Neapel wirkte und ein Schüler Donizettis war, war zu Lebzeiten sehr berühmt und schrieb 17 Opern im besten Stil des Bel Canto, ist aber heute völlig vergessen. Einmal mehr hat Ulla Pilz eine schnörkellose, witzige deutsche Version dieser Österreichpremiere (bis zur deutschen Erstaufführung) geschaffen, mit phonetischen Nummern sogar in Reimen, mit leichter Hand strukturiert, mit vielen Gags gewürzt und einen wunderbaren Idioten machend. Zwischen bunten Würfeln und einer Unmenge hängender Damenunterwäsche und Chilischoten taucht alles wieder an einem einfachen Ort auf, und wenn es besonders heiß hergeht, explodiert sogar der Vesuv im Hintergrund und raucht im Hintergrund.

Auch sonst wird das altbekannte und erprobte Team unterstützt: Zunächst einmal ist Issa Kubik die dominante Witwe von Adele (“Ich bin der Hausherr”), ausgestattet mit allem Guten und Koloraturblasen. Juraj Kuchar singt ihrem sehr eifersüchtigen Ehemann, Private Pilsol, in einem starken, hohen Ton vor. Johannes Hanel als süß-witziger Bürgermeister Vinanzio hat einen starken Bariton. Armin Cramer, mit ausdrucksstarkem Anwärter, spielt den Jungen und Großgrundbesitzer Onofrio mit dichtem grauen Bart.

Nana Masutani lässt den ganzen Ton des eigens kreierten und auf gut 90 Minuten gekürzten Orchesters der Opernfassung auf dem Klavier ausklingen: Es spielt aktiv, lebhaft und bringt die Musik manchmal richtig zum Lachen. Viel Applaus!

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