Entgleist am Semmering: Güterzug legt Südstrecke lahm

Der Brief erinnert an den Horrorunfall im Jahr 2015. Damals entgleiste ein Güterzug mit einer Lokomotive, als 14 Waggons entgleisten, der Schaden belief sich auf mehr als vier Millionen Euro. Überall im Polerisundtunnel waren Autos verstreut.

Am Donnerstagmorgen ereignete sich auf der Semmeringstrecke im Ortsteil Wolfsbergkogel in der Nähe des Bahnhofs Semmering ein weniger tragisches Ereignis: Der Güterzug 54054 entgleiste. Bei den ÖBB soll am Morgen mindestens ein Karren mit all seinen Achsen von den Gleisen gesprungen sein.

© Foto: Dominic Schreiber

Die Straße ist voraussichtlich bis zum Nachmittag gesperrt, zwischen den Bahnhöfen Gloggnitz (NÖ) und Mürzzuschlag (Steiermark) wurde ein Schienenersatzverkehr eingerichtet. Allerdings bereitete die Abfertigung den wartenden Passagieren einige Probleme. Sie mussten lange Wartezeiten für den Bustransport in Kauf nehmen. In den sozialen Medien schlugen deshalb die Wogen hoch, es gab viele Unmutsbekundungen und wenig nette Worte.

Ursachenanalyse

Der 16-teilige Güterzug war gegen 9.27 Uhr im Abschnitt von Wien in Richtung Steiermark unterwegs, als an der Weiche 102 ein Waggon mit allen Achsen von den Gleisen sprang. Die Ursache ist derzeit unbekannt, soll aber mit der des Zuges zusammenhängen Trennung zwischen dem neunten und zehnten Wagen.

Dem Landespolizeipräsidium Niederösterreich lagen am Vormittag keine Informationen zu dem Zugunglück vor. Der gut gefüllte Intercity 533 von Wien nach Lienz in Osttirol war direkt von der Entgleisung betroffen. Der siebenteilige Zug stand hinter dem Güterzug auf der Strecke. Es musste zum Bahnhof Gloggnitz zurückgebracht werden. Von dort wurden die Fahrgäste mit Bussen in Richtung Mürzzuschlag gebracht.

Mehr Kommentar nach dem Unfall

Ein Autounfall in Haslau an der Donau legte am Mittwoch die Pressburg Bahn (S7) lahm. Das Auto prallte beim Überqueren der B9 mit überhöhter Geschwindigkeit in die Gleise und prallte gegen eine betonierte Schalthütte der ÖBB. Der 32-jährige Fahrer wurde mit schweren Verletzungen in ein Krankenhaus in Wiener Neustadt gebracht. Zwischen den Bahnhöfen Fischamend und Wolfsthal musste ein Schienenersatzverkehr eingerichtet werden. Der Gleisschaden soll laut ÖBB am Donnerstag behoben sein.

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