Deutsche-Post-Aktie im Höhenflug: Umsatz und Gewinn übertreffen Erwartungen | 05.08.22

Die Deutsche Post profitierte auch im zweiten Quartal vom Versandgeschäft.

Auch dank höherer Transportraten im internationalen Geschäft mit Firmenkunden konnte der Konzern geringere Frachtvolumina von Privatkunden mehr als kompensieren. Insgesamt seien Umsatz und Gewinn zweistellig gestiegen, teilte der Logistikkonzern am Freitag in Bonn mit. Darüber hinaus bestätigte das Management seine Prognosen für 2022 und 2024. Die Ergebnisse waren besser als von Analysten erwartet. Die Post-Aktie legte im XETRA-Handel derweil um 5,73 Prozent auf 42,23 Euro zu und ist damit Spitzenreiter im DAX-Index.

Im zweiten Quartal steigerte die Deutsche Post ihren Umsatz um fast ein Viertel auf 24 Milliarden Euro. Davon verblieben 2,3 Milliarden Euro im Operativen Ergebnis vor Zinsen und Steuern (EBIT), ein sattes Plus von 12 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Sechs Monate später erreicht das operative Ergebnis 4,5 Milliarden Euro. Geht es so weiter, könnte die Post das Betriebsergebnis 2021 für das Gesamtjahr übertreffen.

Branchenexperte Alex Irving vom Analysehaus Bernstein war von den Zahlen positiv überrascht. Er schrieb am Vormittag, das Postgeschäft scheine kaum oder gar nicht von Konjunktursorgen betroffen zu sein. Gleiches gilt für die Verlangsamung des Online-Handels, von der die gesamte Branche betroffen ist.

Wie schon im ersten Quartal stammte der Großteil des Ergebnisses von April bis Juni von Firmenkunden der Logistikbereiche. Gleichzeitig hat sich das vom Online-Handel geprägte Privatgeschäft der Kunden normalisiert, weil die Menschen nicht mehr so ​​viele Waren im Internet bestellen wie noch vor einem Jahr, als durch Corona Maßnahmen zur eingeschränkten Lebenszeit getroffen wurden. Damit hatte der Vorstand jedoch gerechnet. Unterm Strich machten die Aktionäre im zweiten Quartal knapp 1,5 Milliarden Euro Gewinn, 15 Prozent mehr als im Vorjahreszeitraum.

Für das laufende Jahr prognostiziert das Management um Vorstandschef Frank Appel unverändert ein operatives Ergebnis zwischen 7,6 und 8,4 Milliarden Euro – und damit bis zu fünf Prozent oder mehr unter dem Vorjahreswert. Der Vorstand wird nun konkreter: Je nach konjunktureller Entwicklung – also einer starken Verlangsamung der Weltwirtschaft oder nur einer allmählichen Verlangsamung des Wirtschaftswachstums – wird das operative Ergebnis in der unteren oder oberen Hälfte liegen. Bei unveränderter Geschäftsentwicklung ist ein operatives Ergebnis von mehr als 8,4 Milliarden Euro möglich.

Die Deutsche Post stellt das nationale Geschäft in Russland ein

Der Logistikkonzern Deutsche Post wird sein nationales Geschäft in Russland nicht mehr fortführen. „Das haben wir letzte Woche entschieden“, sagte Vorstandschef Frank Appel bei einer Telefonkonferenz zur Vorstellung der Quartalszahlen am Freitag in Bonn. Finanzvorstand Melanie Criss erklärte, dass die Entscheidung zu Wertberichtigungen im laufenden dritten Quartal führen werde. Das Volumen entspricht der Wertberichtigung aus dem ersten Quartal. Damals führten geringere Geschäftserwartungen in Russland zu einem Rückgang von 30 Millionen Euro.

Die nun getroffene Entscheidung betrifft zunächst das nationale Geschäft in Russland, also Sendungen und Transporte innerhalb des Landes. Am Freitag hieß es, es werde nun ein Sozialplan für die von der Entscheidung betroffenen Mitarbeiter entwickelt. Abel sagte, es gebe noch vertragliche Verpflichtungen im Bereich Import und Export. Vor dem Ausbruch des Ukrainekrieges und den darauffolgenden Sanktionen gegen Russland machte die Deutsche Post ein Prozent ihres Gesamtumsatzes in Russland.

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BONN (dpa-AFX)

Bildquelle: Deutsche Post DHL, AR Pictures / Shutterstock.com, Lukasek / Shutterstock.com

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