Der Getreidetransporter der Ukrainer kommt nicht rechtzeitig an

Das erste mit ukrainischem Getreide beladene Frachtschiff seit Kriegsbeginn im Libanon legte später als erwartet an. Die ARD berichtete am Samstagabend, dass die für Sonntag geplante Ankunft des Schiffes „Razzoni“ abgesagt wurde. Zu den Gründen wurden keine Angaben gemacht. Anfang der Woche verließ nach mehrmonatiger russischer Seeblockade der erste Getreidefrachter mit 26.000 Tonnen Mais an Bord einen ukrainischen Hafen am Schwarzen Meer.

Nach einer von den Kriegsparteien vereinbarten erfolgreichen Fahrt durch den Schwarzmeerkorridor und einer Inspektion des Bosporus unter anderem durch türkische und russische Experten ist die “Razoni” auf dem Weg in den Libanon. Die russische staatliche Nachrichtenagentur TASS berichtete, dass das Frachtschiff am Dienstag andocken werde – es änderte seinen Kurs.

Am Samstagabend durfte der zweite Getreidefrachter den Bosporus ins Mittelmeer überqueren. Nach einer internationalen Inspektion in Istanbul erhielt das mit 33.000 Tonnen Mais aus der Ukraine beladene Schiff die Erlaubnis, seine Reise fortzusetzen. Zwei weitere Schiffe werden in Kürze erwartet.

Die Wiederaufnahme der ukrainischen Getreideexporte ist wichtig für die Stabilisierung der Lebensmittelpreise auf dem Weltmarkt. Doch derzeit will Kiew aus Sicherheitsgründen nur drei Schiffe pro Tag schicken.

Die ukrainischen Landwirte stehen trotz der Wiederaufnahme der Getreideexporte über das Schwarze Meer unter starkem Druck. Auf absehbare Zeit sagte der stellvertretende ukrainische Landwirtschaftsminister Taras Wisowskij gegenüber Zeitungen, dass nur etwa 20 Millionen Tonnen Weizen geerntet werden, etwa zwei Drittel der Ernte im Vorjahr vor Beginn des russischen Angriffskriegs. Von der Funke Mediengruppe (Sonntag). „Mindestens 20 Bauern sind bisher bei der Arbeit gestorben, weil sie Landminen passiert haben“, sagte er. Zudem sind trotz des Anstiegs der Weltmarktpreise die Erzeugerpreise für Weizen deutlich gefallen.

„Wir werden jeden Monat sechs Millionen Tonnen Getreide exportieren müssen“, sagte der stellvertretende Landwirtschaftsminister. Ende Juli einigten sich Russland und die Ukraine mit der Türkei und den Vereinten Nationen über den Getreideexport über die durch den Krieg erschwerten ukrainischen Schwarzmeerhäfen. „Wir hoffen, dass unsere internationalen Partner die Einhaltung aller Vereinbarungen sicherstellen“, sagte Vysotsky. “Grundsätzlich bin ich aufgrund der Einigung optimistischer als im März.”

Die produktivsten Getreideanbaugebiete der Ukraine befinden sich in Kriegsgebieten. Die Ukraine hat Russland wiederholt vorgeworfen, Getreide aus den besetzten Gebieten gestohlen zu haben. Grund für den erwarteten Ernterückgang sind Experten zufolge nicht nur Krieg, Minen oder Verschmutzung der Felder, sondern vor allem die Dürre in diesem Jahr.

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