Covid-19-Fallzahlen: Vorhersagen entstehen: Keine genaue Prognose möglich

Aufgrund des Rückgangs der Tests stellen Wissenschaftler “zunehmende Verzerrungen” der gemeldeten Corona-Fallzahlen in Österreich im Verhältnis zu den tatsächlichen Fallzahlen fest. Daher haben Prognoseexperten des Gesundheitsministeriums am Mittwoch erstmals auf zahlenmäßige Prognosen zu Neuinfektionen für die kommende Woche verzichtet. Der Rückgang sowohl der gemeldeten als auch der tatsächlichen Infektionen sowie der Krankenhauszahlen dürfte sich jedoch fortsetzen.

Typische Rechner der TU Wien, der MedUni Wien und der Gesundheit Österreich GmbH (GÖG) gehen davon aus, dass „ Die Dynamik der gemeldeten Fallzahlen spiegelt das aktuelle Infektionsgeschehen nicht repräsentativ wider“, heißt es in der am Mittwoch veröffentlichten Vorschau. Ähnliches hätten Wissenschaftler bereits in den vergangenen Wochen bestätigt, allerdings werde die Lage immer uneindeutiger, da eine Aufhebung der Quarantäne ab Anfang August „auch das Testverhalten im Prognosezeitraum beeinflussen könnte “. Aus diesem Grund erfolgt keine quantitative Darstellung der gemeldeten Fallzahlen, sondern der Fokus liegt auf einer qualitativen Einschätzung ihrer Entwicklung.”

„Jedenfalls kann derzeit nicht davon ausgegangen werden, dass ein stabiler Zusammenhang zwischen der Zahl der gemeldeten Infektionen und der Dynamik der tatsächlichen Infektion besteht“, schreiben die Experten. Dies zeigt auch die Trennung der Daten für EMS, Krankenhausbodenbeläge und Abwasseranalyse – siehe Abbildung.

© Screenshot / Prognose vom 2. August 2022

Es ist ein Abwärtstrend zu beobachten

In dieser Bewertung, die auf genaue Zahlen verzichtet, wird betont, dass die Krankenhausabdeckung, die Abwasseranalysen und die Dynamik der gemeldeten positiven Tests über alle Altersgruppen hinweg in den vergangenen Tagen zurückgegangen sind. Daher ist auch von einem rückläufigen Trend der neu gemeldeten Infektionen auszugehen. Kurzfristig seien „durch das Ende der Quarantäne keine größeren epidemiologischen Veränderungen zu erwarten“. Die Infektionsdynamik verlangsamt sich aufgrund saisonaler Effekte und reduzierter sozialer Kontakte während der Ferienzeit weiter.

Krankenhausnummern

Ein genaueres Bild der Epidemie in Österreich liefern Krankenhauszahlen. Experten betonten, dass sich der Rückgang ebenfalls fortsetzen, aber nicht „das Ausmaß des jüngsten Rückgangs der gemeldeten Fallzahlen“ erreichen dürfte. In der Regelpflege wird am Ende des prognostizierten Zwei-Wochen-Zeitraums am 17. August die Auslastung österreichweit voraussichtlich im Bereich von 777 bis 1.240 belegten Betten liegen, bei einem Durchschnitt von 981 Betten. Und am gestrigen Dienstag waren es noch 1.461 COVID-19-Patienten auf Regelstationen. Auf Intensivstationen dürfte die Belegung im gleichen Zeitraum von 86 auf 50 bis 83 (Median 65) sinken.

Nachfrage nach einem neuen Überwachungssystem

Auch eine Vorschau auf die in der kommenden Prognose gemeldeten Fallzahlen wird es laut Prognosegewerkschaft nicht geben. Auch die Krankenhausflurprognosen werden laufend an den aktuellen Datenstand angepasst. „Die Etablierung eines nicht-invasiven oder leicht invasiven Monitoringsystems, das nicht mehr von subjektiven Faktoren wie der Testbereitschaft der Österreicher abhängig ist, trägt wesentlich zur zukünftigen Messung der Ausbreitungsdynamik als Grundlage für Vorhersagen und für die Zweck der Einschätzung der Risikosituation“, empfahlen die Wissenschaftler.

Leave a Comment

%d bloggers like this: