Bundeskanzler Schulz: Die Gasturbinen von Nord Stream 1 sind „in ausgezeichnetem Zustand“ bereit

Bundeskanzler Olaf Schulz warf Russland indirekt vor, mit Ausreden kein Gas zu liefern. Der SPD-Politiker sagte am Mittwoch bei einem Besuch beim Energietechnikkonzern Siemens Energy in Mülheim, dass die Ruhr der Turbinen für die Pipeline Nord Stream 1 jederzeit eingesetzt und geliefert werden könne. Dort wird die Maschine auf dem Weg von Kanada nach Russland zwischengelagert.

Nach Angaben von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) ist die Einheit seit dem 18. Juli in Deutschland. „Die Turbinen sind da, sie können geliefert werden, es muss nur jemand sagen, dass ich sie will, und dann sind sie ganz schnell da“, betonte Schulz. Dem weiteren Ausbau und der Installation dieser Turbine in Russland steht nichts mehr im Wege. Die Reduzierung der Gaslieferungen über Nord Stream 1 und die Nichterfüllung von Gaslieferverträgen seien technisch nicht bedingt, sagte die Kanzlerin.

“in perfekter Verfassung”

Die Turbine ist nicht nur in einem hervorragenden Zustand, es gibt auch keine Gasstrafen, die ihren Einsatz verhindern. Angesichts des russischen Krieges in der Ukraine müsse man sich darüber im Klaren sein, dass “jederzeit irgendwelche angeblichen Gründe vorgebracht werden können, die dazu führen, dass etwas nicht funktioniert”.

Schulz sagte, es gebe „viel Kapazität in Nord Stream 1“. An Möglichkeiten mangelt es nicht, alle von Russland unterzeichneten Verträge für ganz Europa mit dieser Pipeline und der ebenfalls noch in Betrieb befindlichen ukrainischen Pipeline zu erfüllen. Wir sollten nicht vergessen, dass es noch eine jahrzehntelange Pipeline durch Weißrussland und Polen gibt. “Russland selbst hat beschlossen, Sanktionen gegen die Pipeline zu verhängen.”

Seit Juni werden die Auslieferungen reduziert

Seit Juni hat Russland die Gaslieferungen über Nord Stream 1 eingestellt. Energy Gazprom begründete dies mit dem Ausfall der Turbine. Es ist wichtig, den Druck zu erhöhen, der erforderlich ist, um das Gas hindurchzupumpen. Gazprom hat seinem Vertragspartner Siemens Energy wiederholt vorgeworfen, nicht die notwendigen Unterlagen und Informationen zur Reparatur der Maschine geschickt zu haben. Siemens Energy wies die Vorwürfe zurück.

Russland bekräftigte am Mittwoch seine Ansicht. Kreml-Sprecher Dmitri Peskow sagte, die Turbinen seien jetzt in Deutschland, aber Gazprom als Eigentümer fehle noch der nötige Papierkram.

“Alles ist bereit, was möglich ist”

Christian Brusch, Vorstandsvorsitzender von Siemens Energy, sagte in Mülheim, dass die gewartete Turbine eigentlich erst im September wieder aufgestellt werden sollte. Bei der Gasverdichterstation in Portovaya gebe es noch ein ähnliches Ersatzteil, „und es ist da und kann jetzt eingebaut werden“. Gazprom tut dies jedoch meist erst, wenn folgende Ersatzteile bereits unterwegs sind. “Aus unserer Sicht ist alles, was getan werden kann, bereit.” Man versucht es Gazprom jeden Tag zu erklären. “Es gibt noch einen Dialog mit Gazprom, und was fehlt und was nicht, wird noch geklärt.”

Die Turbinen treiben Kompressoren an, die den Druck erhöhen, der erforderlich ist, um das Gas durch die Pipeline zu bewegen. Laut Bruch stehen in Portovaya sechs große Turbinen für beide Nord Stream 1-Stränge sowie zwei kleinere Turbinen. “Man braucht fünf dieser Turbinen, um 100 Prozent Strom zu erzeugen. Eine läuft heute. Deshalb sind wir bei 20 Prozent.” Aus technischer Sicht kann man nicht nachvollziehen, warum es keine Einsatzbereitschaft gibt.

„Die Debatte entmystifizieren“

Schultz sagte, er wolle mit seinem Besuch in Mülheim die Diskussion “entmystifizieren”. Er hielt es für sinnvoll, „wenn wir es uns gemeinsam ansehen, damit Sie sehen können, dass es schon da ist, es ist hier, es ist bereit zu gehen“. „Und übrigens, in der Welt, in der wir heute leben, ist es sehr einfach, sie zu bewegen. Nur eine Person muss sagen: Bitte senden Sie sie.“

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