Arztzimmer: „Telefonische Meldung der Erkrankung bei allen Erkrankungen möglich“

Für 101.174 laborbestätigte Personen in Österreich, die aktiv mit Corona infiziert waren, endete heute die Quarantäne. Stattdessen gelten für sie die Verkehrsbeschränkungen und alle seit heute positiv getesteten Personen können mit Maske fast überall hingehen – auch zur Arbeit.

Wer sich an COVID-19 erkrankt fühlt und deshalb nicht zur Arbeit gehen kann, muss sich ab heute krank melden und benötigt in der Regel eine ärztliche Bestätigung. Dazu wurde wieder die pathologische Telefonbeobachtung eingesetzt. Aber wie vom Gesundheitsministerium bestätigt, nur für Corona-Patienten. Wer wegen einer anderen ansteckenden Krankheit wie der Grippe nicht zur Arbeit gehen kann, soll sich in der Klinik krankschreiben lassen. Dies wird auch vom Gesundheitsministerium und der Österreichischen Krankenkasse (ÖGK) bestätigt.

Ärztekammer: Bei Arbeitsunfähigkeit, Krankschreibung – auch telefonisch

Die Ärztekammer sieht das anders: „Aus unserer Sicht ist es möglich, Patienten aller Erkrankungen anzurufen“, sagt Edgar Wacher, Vizepräsident der Österreichischen Ärztekammer und Leiter der niedergelassenen Landesregierung im Rundfunk . In einigen Bundesländern wie Wien wurde die telefonische Krankenbeobachtung ohnehin nicht beendet.

In anderen Ländern obliegt die Feststellung der Arbeitsunfähigkeit grundsätzlich dem Arzt. „Wenn ein Arzt sieht, dass ein Patient arbeitsunfähig ist, wird er auch krankgeschrieben – auch telefonisch, wenn das möglich ist“, sagt Wacher. Im Einzelfall ist natürlich noch eine Klärung in der Ordination erforderlich.

Laut Wutscher ist die telefonische Meldung der Erkrankung eine „hervorragende Maßnahme“, um mögliche Ansteckungen zu vermeiden. Die Ärzte seien “natürlich sehr verantwortungsvoll damit umgegangen – sie kennen ihre Patienten schließlich besser.” Mit anderen Worten: Wenn der Hausarzt es zulässt, können Patienten bei allen Erkrankungen telefonisch kontaktiert werden.

Das Gesundheitsministerium und die ÖGK verlangen den Patientenkontakt

Das Gesundheitsministerium teilte auf eine weitere Anfrage an APS am Montag mit, dass die Krankschreibung des Arztes vor allem den persönlichen Kontakt, also den körperlichen Kontakt mit dem Patienten, erfordere. Die zum 1. August wieder eingeführte Krankmeldung soll “nur bei Krankheiten möglich sein, die auf eine SARS-CoV-2-Infektion zurückzuführen sind”. Eine gesetzliche Regelung ist nicht erforderlich, zuständig sind die Krankenkassen.

Auf Anfrage teilte die ÖGK APA mit, dass die telefonische Krankschreibung bereits in der „Obman-Verordnung“ geregelt sei – und zwar nur für Coronavirus-Verdachtsfälle und positiv auf Symptome Getestete.

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