Antisemitische Motive: Dokument: Ein umstrittenes Banner ist verschwunden, aber viele Fragen bleiben offen

Das Werk ist nicht mehr zu sehen, was aber nicht bedeutet, dass die Debatte beendet ist: Bauen Sie heftige Kritik an Dokument fünfzehn In Kassel wurde es am Dienstagnachmittag erstmals abgedeckt und abgebaut. Nun werden Rufe nach einer Neubewertung des Skandals lauter.

Die raumgreifende Installation „People’s Justice“ des indonesischen Künstlerkollektivs Tring Padi zeigt unter anderem einen Soldaten mit Schweinegesicht. Er trägt eine Schärpe mit dem Davidstern darauf und einen Helm mit der Aufschrift „Mossad“, dem Namen des israelischen Auslandsgeheimdienstes. Und nach heftiger öffentlicher Kritik wurde sie am Montag zunächst mit einem schwarzen Tuch verhängt. Das teilte der Kasseler Oberbürgermeister am Dienstag mit christlicher Geselle (SPD), dass das Banner entfernt wird.

Ausschnitt aus dem Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Pad
© (c) IMAGO / Hartenfelser (IMAGO / Peter Hartenfelser)

„Ich bin wütend, ich bin enttäuscht, weil sich die Stadt Kassel und ich als Oberbürgermeister schämen“, sagte Giselle. “Es ist etwas passiert, was nicht hätte passieren dürfen.” Die Installation hat einen klaren antisemitischen Bezug. Ruangrupa, der für die Organisation der Ausstellung verantwortlich ist, wird seit Monaten Antisemitismus vorgeworfen. Aber von Beginn der Debatte an habe die Fraktion immer betont, dass Antisemitismus, Rassismus oder Gewalt in dem Dokument nichts zu suchen hätten, betonte Geisel. “In diesem Fall ist es klar, dass sie ihrer Verantwortung nicht gerecht geworden sind.”

Unter anderem forderte der Verein „Denkmal für die ermordeten Juden Europas“ seine Demontage. „Beamte müssen sicherstellen, dass überhaupt erst herausgefunden wird, wie man ein solches Bild aufhängt“, sagte er. Das sagte die Leiterin der Selbsthilfegruppe, Leah Roach, am Dienstag. In Bezug auf das Dokument sprach sie von “Antisemitismus mit einem langen Brief”. Mehrere Monate lang wurden Beamte gebeten, „den drohenden Antisemitismus im ‚Dokument Fünfzehn‘ zu verhindern. Es wurde zu lange besänftigt, ignoriert und modifiziert.“

Ausschnitt aus dem Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Pad

Ausschnitt aus dem Banner des indonesischen Künstlerkollektivs Taring Pad
© (c) IMAGO / Hartenfelser (IMAGO / Peter Hartenfelser)

Auch die deutsche Staatsministerin für Kultur Claudia Roth (Die Grünen) sprachen sich dafür aus, das umstrittene Banner zu entfernen. Am Dienstag in Berlin sagte sie, das Werk enthalte eindeutig antisemitische Elemente. Die bloße Verkleidung und Interpretation des Kollektivkünstlers Taring Padi ist inakzeptabel. Außerdem sollte geklärt werden, wie dieses Image überhaupt installiert werden konnte. Beamte müssen weiterhin darauf achten, dass auf der Ausstellung in Kassel keine „eindeutig antisemitischen grafischen Elemente“ gezeigt werden.

Das Internationale Auschwitz Komitee lud zum Dialog mit den Künstlern ein. „Es ist an der Zeit, in diesem Dokument ein Gespräch zu beginnen, von den Künstlern der Welt zu hören, wie diese Bilder geschaffen wurden, und einen Teil des Dokuments öffentlich zu erklären, warum diese Bilder hier auf Widerstand und Ablehnung stoßen“, erklärte er. Christoph Hübner, Geschäftsführender Vizepräsident von Internationales Auschwitz KomiteeAm Dienstag.

Das Banner, bevor es demontiert wurde

Das Banner, bevor es demontiert wurde
© (c) IMAGO / Hartenfelser (IMAGO / Peter Hartenfelser)

Hessischer Kunstminister Angela Dorn (Die Grünen) sehen schwerwiegende Folgen des Skandals. „Das Kunstwerk enthält antisemitische Symbole, die Juden zu Recht beleidigen“, erklärte Dorn. “Der bereits entstandene Schaden kann nicht berücksichtigt werden”, sagte Dorn am Dienstag. “Im Gegenteil, wir müssen uns damit auseinandersetzen, wie es in der Dokumentation dazu kam, dass eine solche Bildsprache öffentlich gezeigt wurde.”

Das Banner wurde erst installiert, nachdem viele Journalisten und Fachbesucher das Dokument bereits vorab gesehen hatten – Nach Angaben der Organisatoren am vergangenen Freitag Mittag. Verzögerungsgrund: Wiederherstellungsmaßnahmen aufgrund von Lagerschäden erforderlich. Die Arbeit entstand nicht für das fünfzehnte Dokument, sondern wurde erstmals 2002 beim South Australian Art Festival in Adelaide gezeigt.

Leave a Comment

%d bloggers like this: